Streichungspläne bei VAG in Mannheim

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13.03.2019 80 bis 90 Arbeitsplätze sollen wegfallen - Pläne des neuen Investors beim Hersteller von Wasser- und Abwasserarmaturen sehen massiven Arbeitsplatzabbau vor - IG Metall fordert Zukunftskonzept

Streichungspläne bei VAG in Mannheim - 80 bis 90 Arbeitsplätze sollen wegfallen

Pläne des neuen Investors beim Mannheimer Hersteller von Wasser- und Abwasserarmaturen sehen Abbau von bis zu 90 Arbeitsplätzen am Standort vor - IG Metall Mannheim kritisiert geplanten Kahlschlag aufs Schärfste und fordert tragfähige Zukunftsperspektive für den Standort

Schlechte Nachrichten zum Wochenbeginn für die Belegschaft der VAG GmbH im Mannheimer Stadtteil Waldhof: Auf einer Informationsveranstaltung am Montag wurden Pläne der Geschäftsführung zur Restrukturierung des Unternehmens vorgestellt, die den Abbau von bis zu 90 Arbeitsplätzen beinhalten. Der traditionsreiche Standort Mannheim mit aktuell noch etwa 230 Beschäftigten würde massiv geschwächt und wäre damit mittelfristig wohl auch komplett in seiner Existenz gefährdet.

Nach Angaben des Arbeitgebers soll in Zukunft der Fokus rein auf das Projektgeschäft gelegt werden. Aktuell noch vorhandene globale Funktionen des VAG Headquarters in Mannheim sollen gestrichen bzw. verlagert werden. Hinter den Plänen steht der neue Eigentümer von VAG, die AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA.

Die IG Metall Mannheim kritisiert die Rationalisierungspläne:
"Wir haben den Eindruck, dass Mannheim bewusst schlecht gerechnet wird", beschreibt Klaus Stein, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim die Situation.

"Ein Standort, an dem viele globale Funktionen zusammengeführt sind und nur ein geringer Teil der Belegschaft im produzierenden Bereich tätig ist, kann man nicht vergleichen mit reinen Produktionsstandorten. Wir fordern deshalb völlige Transparenz darüber, wie Kosten, die in Mannheim verursacht wurden, konzernweit als Umsatz und Gewinn verrechnet werden. Auch die Alternativlosigkeit zum Stellenabbau ist für uns nicht hinnehmbar. Wir sind der Meinung, dass extrem viel Know-how in Mannheim vorhanden ist und es fatal wäre, wenn man jetzt diese Menschen freisetzt, ohne mit ihnen über Alternativen zu sprechen."

"Es ist für uns nicht erkennbar, in wieweit das vorgestellte Konzept die Beschäftigung der VAG in Mannheim nachhaltig sichert. Wir haben die große Befürchtung, dass die vorliegenden Restrukturierungsmaßnahmen zur Ausblutung des Standorts führen werden", prognostiziert Stein. "Wir fordern von der Arbeitgeberseite nun die Rücknahme des geplanten Personalabbaus und schnellstens eine detaillierte Darstellung der Gesamtkonzeption, die umfassende Einbeziehung von IG Metall und Betriebsrat und die Skizzierung eines nachhaltigen, wirklich tragfähigen Zukunftsweges für VAG in Mannheim."

"Es sieht alles danach aus, als würde der Investor von VAG nun nach schnellen und harten Schnitten verlangen", sagt Daniel Warkocz, für VAG zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Mannheim. "Im letzten Herbst klang das noch anders. AURELIUS sprach von einem 'spannenden Unternehmen mit viel Potenzial für die Zukunft', 'Chancen sollten gewinnbringend und zur Zufriedenheit von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Aktionären genutzt, die führende Position von VAG im Markt ausgebaut' werden. Was die Beschäftigten gestern gehört haben, steht dem diametral entgegen und ist gleichsam ein heftiger wie bitterer Schlag für alle am Standort."

"Die Kolleginnen und Kollegen sind tief getroffen. Viele machen sich nun Sorgen, wie es weitergeht", sagt die Mannheimer Betriebsratsvorsitzende von VAG, Claudia Fontana. "Wir haben durchaus die ein oder andere Hoffnung auf den neuen Eigentümer gesetzt. Nun sind wir sehr enttäuscht, dass die Wörter Neuausrichtung und Restrukturierung wieder einmal massiven Arbeitsplatzabbau und Zerschlagung von Kompetenzen und Know-how bedeuten sollen. Die Beschäftigten verlangen jetzt Klarheit über alle Details. Betriebsrat und IG Metall werden zusammen nun alle Informationen und Pläne genauestens auf ihre Tragfähigkeit prüfen. Der Kampf für unseren Standort hat begonnen."

Anhang:

Pressemitteilung Streichungspläne VAG

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Letzte Änderung: 13.03.2019